Arzt klingt dank Konsonantenhäufung sehr germanisch. Aber ist es das wirklich? Nein, zugrunde liegt der altgriechische Arzt ἀρχίατρος archíatros, zusammengesetzt aus ἀρχι- archi- ‚Haupt-, Ober-‚ (vgl. ἄρχω árchō ‚anfangen; herrschen‘, ἀρχός ‚Herrscher‘, wie z.B. auch in Archi-tekt ‚Baumeister‘ (wörtlich) oder Mon-arch ‚Alleinherrscher‘) und ἰατρός iatrós ‚Arzt‘ (wie z.B. auch in ψυχίατρος psychíatros ‚Psychiater‘, wörtlich „Seelenarzt“). Der ἀρχίατρος ist also der Oberarzt. Read on…
Only recently I realised the metaphor behind hooked: If you’re on the hook, you’re addicted. OK wow yay – and ehm yes, quite straightforward, actually. So I wondered if there are any other metaphors with hooks. And obviously there’s hooker ‚prostitute’—Were they thought to lure their clients in…? Well, maybe. There’s a theory that attributes the development of this meaning of hooker to a US Civil War general called Hooker. Read on…
Einige Pronomen haben eine Reise hinter sich, deren Ursprung noch sichtbar ist. Dazu gehört das Indefinitpronomen man, dessen Reise im Schweizerdeutschen sogar noch etwas weiter fortgeschritten ist. Im Englischen gibt es kein man. Wer sich äussern möchte, ohne die Person zu bezeichnen, ist auf one ‚eine*r‘ angewiesen. Sich selbst zurücknehmen ist natürlich äusserst wichtig für die Queen, worüber sich ein Parodieaccount auf Twitter mokiert: Is one on Instagram? Read on…
I’m an avid listener of podcasts. As there’s more good stuff to listen to than I have time for, I’ve also become a collector of podcasts. That’s why I only now listened to an old episode of Talk the Talk discussing „grammar elitism“. (The podcast has since been renamed to Because Language — I really feel caught up in the past now, thanks.) I highly recommend to treat yourself to the whole episode — it’s both entertaining and inspiring. Read on…
Xenologie ist eudaimonisch, weiss das Demostroma*. Doch verzichten wollen wir nicht auf Gräzismen, erheben sie doch jedwedes triviale Gefühl gleichsam auf eine intellektuelle Ebene: Hyper hyper, wie es in der deutschen Lyrik heisst. Read on…
Welche Funktion hat Musik? Und wie ist ihr Verhältnis zu Sprache? – Ist sie ein Beiprodukt der Sprache oder war Musik ein Vorläufer der Sprache? Solchen und ähnlichen Fragen geht die Folge Wie der Mensch die Musik entdeckte von SWR2 Wissen (knapp 30min, auch als Podcast) nach. Forscher*innen probieren aus archäologischen Funden und durch das Studium von Kleinkindern oder Tieren herzuleiten, was Musik leistet und wie sie mit Sprache und Sozialverhalten verknüpft ist. Read on…
Eine Krise war ursprünglich dort, wo etwas getrennt wurde: das Gute vom Bösen, der fortan verfolgte Weg von der unterlegenen Option oder einfach Äpfel von Birnen. Read on…
Gründe, Italienisch zu lernen, gibt es viele: Pizza, pasta, parmigiana für kulinarisch Interessierte, Azzurro, bella ciao, Laura non c’è für Musikbegeisterte, Eco, Ferrante, Guareschi für Leseratten oder in meinem Fall sole cuore amore (e grammatica). Read on…
Nach dem Stress ist es angebracht, sich auch dem Gegenteil zuzuwenden: dem Chillen. Der Ursprung von chillen ist idg. *gel- ‚kalt sein‘. Davon ist via lat. gelāre ‚gefrieren‘ das gelato bzw. glace ‚Eis‘ abgeleitet (und davon wieder der glacier ‚Gletscher‘), aber auch die germanische Wortsippe *kōl- ‚kalt‘ bzw. *kal-da- ‚gekühlt, gefroren‘, von der kühl/cool sowie kalt/cold herrühren. Read on…
Der Stress, bekannt als Grundzutat aktueller Zeitdiagnosen, hat eine Reise hinter sich, die er mit vielen Begriffen teilt: Vom Latein übers Französische ins Englische – und von da überallhin. Read on…