Är du inte klok? fragt man in Schweden, um zu sagen: Du bist doch bescheuert. Möchte man jemandes Schlauheit ironisch in Zweifel ziehen, hat man mehrere Möglichkeiten, alle auf ihre Weise elegant: lillgammal, snusförnuftig oder förnumstig.
Lillgammal
Die erste Wahl für neunmalkluge Kinder. Wörtlich ‚klein-alt‘, im übertragenen Sinne ‚frühreif, altklug‘.
Snusförnuftig
Ebenfalls mit widersprüchlichen Bestandteilen arbeitet snus-förnuftig – nicht wirklich förnuftig ‚vernünftig‘, sondern mit snus gewürzt. Damit könnte wirklich Snus gemeint sein: Wer snust, ist zweifelhaft oder dessen Vernunft etwas angesnust; oder aber snustorr ‚knochentrocken; langweilig‘ hat hineingespielt und snus- als abwertende Vorsilbe erscheinen lassen.
Snusa heisst aber auch ’schlummern‘, und auch die „Schnauze“ (also Nase) klingt noch an – auch daran lassen sich Theorien zur Bedeutungsentwicklung anschliessen. Wie viel das zur Wahrnehmung beiträgt und ob solche Theorien förnuftig oder eher förnumstig sind, kann ich als Nicht-Muttersprachler schwer beurteilen.
Förnumstig
Für Deutschsprachige klingt förnumstig zuerst wie eine Verballhornung von ‚vernünftig‘. Dem ist aber nicht so. Das Wort ist schlicht dem mittelniederdeutschen vornumst ‚Vernunft‘ entlehnt. Später wurde mhd. vernu(n)ft auch noch entlehnt (daher förnuftig) und das ältere förnumstig abgewertet.