Kurzverben (1): Linguistik ist …

Linguistik ist… ziemlich viel. Linguistik ist philosophisch bis technisch, psychologisch bis biologisch, statistisch bis politisch.

Linguistik fragt: Was ist Sprache? Wie funktioniert Sprache? Wie lernt man Sprache? Warum sagt man so? Warum sagen die anders? Woher kommt das? Wie sind Sätze aufgebaut? Und wie Wörter? Was ist das für ein Laut?

Linguistik beschäftigt sich mit Artikulation, Bedeutungen, Etymologien, dem Gehirn, Lexika, Strukturen, Regeln, Gesten, Diskursen – unter anderem.

Diese Reihe

Ich habe meine Masterarbeit über Kurzverben im Schweizerdeutschen geschrieben. Die Arbeit hat verschiedene Schwerpunkte, die auch einen kleinen Eindruck von Beschäftigungsfeldern der Sprachwissenschaft geben.

Kurzverben sind Verben wie haa ‚haben‘, zie ‚ziehen‘ oder choo ‚kommen‘. Schweizerdeutsche Dialekte haben ca. 10–15 davon. Mich interessierte einerseits das System dahinter, andererseits die Geschichte und damit zusammenhängend der Unterschied zum Standarddeutschen. Das klingt erst einmal technisch (Lautveränderungen, Regeln, Systeme), ist aber auch sehr anschaulich: Eine Form wie mir lönd ‚wir lassen‘, was ist mit der los? Was ist mit ich miech ‚ich würde machen‘? Und warum sagen wir ich gang go luege?

Serie Kurzverben

Dies ist der 1. Teil der Reihe über Kurzverben, über die ich meine Abschlussarbeit verfasst habe. Alle Beiträge:

  1. Linguistik ist …
  2. Morphologie – Bedeutung in Wörtern organisieren
  3. Frequenz – Was sagen wir häufig?
  4. Hochdeutsche und schweizerdeutsche Kurzverben
  5. Modalverben – Ein Grüppchen von Sonderfällen
  6. Umlaut und Nichtumlaut im Plural
  7. Der Konjunktiv I – „sie heb gseit er seg“
  8. Der Konjunktiv II – „ich nämti da wenn’s giengt“
  9. Verbverdopplung – „gömmer go luege“
  10. Fazit

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